Wer hilft bei der Filmbetrachtung?


Der Frutiger Hans Lörtscher (1901–1979) war ein sehr bekannter Berufsfilmer und -fotograf. Seine Heimatfilme zeigte er vor fast immer vollen Sälen. Der Postkartenverlag sicherte ihm seine Existenz. Sein ursprüngliches Fotogeschäft verkaufte er und widmete sich voll und ganz seinen künstlerischen Wirken. Nach seinem Tod verkauften die Hinterbliebenen den Kartenverlag.

Den filmischen Nachlass übernahm seine Nichte Rösi Schneider in Faltschen. Sie zeigte bis vor kurzem die nun nostalgisch gewordenen Filme dem interessierten Publikum. Aus Platzgründen wird dieser Nachlass nun aufgelöst. Die drei eindrücklichen Filme «Fride über Bär u Tal», «Bärheimat im Zytwandel» und «Blumen- und Tierwelt» erhält die Kulturgutstiftung geschenkt und wird sie sowohl analog als auch digital als Kulturgut aufbewahren.

Etwa 60 ungeschnittene Filmrollen warten noch auf eine genauere Betrachtung und Bewertung. Die Kulturgutstiftung sucht Personen, die diese Sichtung und eventuell auch die Filme übernehmen möchten.

Kontakt: Urs Gilgien (Vizepräsident Kulturgutstiftung) - Telefon 033 676 18 60 - E-Mail

2018-06-Loertscher
Hans Lörtscher (1901-1979)

«Chüngold» – Neuauflage des Buches erscheint im September


2018-06- Cover Chuengold
Maria Lauber sagte einst selber zu Ihrem Buch Chüngold: «Es war das Gipfelstück meiner schriftstellerischen Arbeit.» In ihrer autobiografisch grundierten Mundarterzählung «Chüngold» schildert Maria Lauber (1891–1973) das Aufwachsen eines Bergbauernmädchens auf der Schwelle zum 20. Jahrhundert. Ein wegweisendes Mundartwerk aus weiblicher Perspektive (1950) 
 
Die neu aufgelegte Erzählung ist gebunden mit Schutzumschlag, Lesebändchen, 15,8 × 21,6 cm, ca. 250 Seiten. Eine überarbeitete und kommentierte Fassung von Erich Blatter, inkl. CD mit ausgewählten Lesungen von Luise Schranz-Hari und Andreas Wäfler, und ca. 10 Illustrationen von Paul B. Schär.
 
Die Kulturgutstiftung plant am Freitag, 9. November 2018 einen Anlass zum Buch in Reichenbach. Details zum Programm werden im nächsten Newsletter bekannt gegeben. Die offizielle Vernissage des Zytglogge-Verlags in Zusammenarbeit mit Literaare Thun findet am 24. November 2018 in Thun statt. Nebst Lesungen wird auch Musik mit Christoph Trummer auf dem Programm stehen.

IG Bergbaukultur Frutigland gegründet


Zwischen Frutigen und Adelboden – in den sogenannten Spissen – wurde bis 1977 Schiefer abgebaut. Rund um dieses Thema und eine ehemalige Schiefermine soll eine Erlebniswelt aufgebaut werden. Eine neue Interessengemeinschaft koordiniert die verschiedenen Ideen und Projektteile.

Es war harte Arbeit in den Schieferminen der Frutiger Spissen. Doch der Zusatzverdienst war bei so mancher Familie willkommen und überlebenswichtig. Hunderte Meter tief führten die Stollen in den Berg, weit oberhalb von Frutigen in unwegsamem Gelände. Noch bis 1977 wurde Schiefer abgebaut, dann geriet der Bergbau weitgehend in Vergessenheit.

Das Thema soll wieder in Erinnerung gerufen werden. In einer Schiefer-Erlebniswelt sollen Gäste die Möglichkeit erhalten, sich mit dem Bergbau und dem Schieferabbau auseinander zu setzen. Herz des Projektes ist die Öffnung der Mine Wältiweid, damit man sich ein realistisches Bild der damaligen Arbeitsbedingungen machen kann. Rund um dieses Kernstück ist eine Attraktivierung des bestehenden Spissenweges Adelboden-Frutigen geplant – eine Plattform für Regionalprodukte, ein Spielplatz und weitere Freizeitangebote sind weiter vorgesehen. Seit 2014 wird bereits konkret über diese Schiefer-Erlebniswelt nachgedacht, nun geht es vorwärts mit der Realisierung.

Letzte Woche wurde deshalb die IG Bergbaukultur Frutigland gegründet. Beteiligt sind daran aktuell die Besitzer der Grube Wältiweid, Tourismus Adelboden-Lenk-Kandersteg (TALK AG), die Schiefertafelfabrik Frutigen AG, die Kulturgutstiftung Frutigland und die Gemeinde Frutigen. Auch bei der Gemeinde Adelboden wird die Unterstützung der IG noch thematisiert. Weitere Partner werden je nach Entwicklung mit an Bord geholt.

Für den Start dieses wirtschaftlich und touristisch spannenden regionalen Projekts werden bei Bund und Kanton Gelder der Neuen Regionalpolitik (NRP) beantragt. Die entsprechenden Unterlagen sind bereits eingereicht worden.

Aktuell laufende Projekte - März


25 Jahre Kulturgutstiftung Frutigland
Die Kulturgutstiftung Frutigland wurde 1993 gegründet. Diese 25-Jahr-Jubiläum feiern wir nicht speziell, da 2018 einiges passieren wird: Neuausgabe von drei Büchern «Chüngold» von Maria Lauber, «Strassen im Frutigland - was alte Schriften uns erzählen» von Hans Egli, «Reichenbacher Orts- und Flurnamen» von einer Arbeitsgruppe und der Film «Frutiger Schifer» von Andreas Wäfler. Daneben werden noch andere Anlässe stattfinden. Es dürfte im Sinn unserer Gründerin und unserer Gründer sein, dass wir unsere Schwerpunkte im Sinn der Stiftungszwecke setzen und das Feiern in den Hintergrund stellen.

Logo-KGST_25_Jahre


Wechsel im Kassieramt
Seit der Gründung unserer Stiftung 1993 besorgte Martin Rüegsegger die Finanzen. 25 Jahre lang bremste er die Ausgabenseite und förderte die Einnahmen. Dabei hatte er stets die positive Entwicklung unserer Organisation im Auge. Namentlich war er die treibende Kraft zur hälftigen Übernahme des alten Spritzenhauses und half mit, die damit verbundenen finanziellen Hürden zu meistern. Mit grossem Dank wurde Martin Rüegsegger an der letzten Sitzung des Stiftungsrates verabschiedet.

Als sein Nachfolger durfte Dominic von Gunten gewählt werden. Er arbeitet ebenfalls bei Rüegsegger Treuhand und die Kontinuität bei der Finanzverwaltung dürfte sichergestellt sein. Dominic von Gunten wurde im Stiftungsrat als neues Mitglied herzlich willkommen geheissen.


Neuausgabe «Chüngold»
Der neu bearbeitete Mundarttext hat Erich Blatter schon vor einiger Zeit erstellt und Mitte März werden die letzten begleitenden Texte fertig sein, so dass das Manuskript dem Verlag übergeben werden kann. Das Buch wird durch ein Dutzend stimmiger Skizzen von Paul B. Schär und einer CD ergänzt, auf der Luise Schranz und Andreas Wäfler die zwei ersten Kapitel lesen.

Das Buch wird Mitte August gedruckt sein und die Vernissage anfangs September in Thun stattfinden. Ein zusätzlicher Anlass zum Start von Chüngold ist etwas später in Reichenbach vorgesehen.

Zur Zeit erarbeitet Erich Blatter zudem ein ausführliches Frutigdeutsches Wörterbuch mit den von Maria Lauber in ihren Werken verwendeten Wörtern.

2018-03-Chuengold


Orts- und Flurnamen Reichenbach
Urs Gilgien von der Kluturgutstiftung Frutigland hat zusammen mit Elisabeth von Känel kürzlich Einwohner aus der Gemeinde ins Kirchgemeindehaus Reichenbach eingeladen, um an Hand von Namenslisten, die von einer Arbeitsgruppe erstellt worden sind, auf den Geländefotos einzutragen.

Gleichzeitig sollten sie fehlende Namen ergänzen. 35 Männer und Frauen folgten dem Aufruf und ermöglichten damit einen wichtigen Input zum Reichenbacher Orts- und Flurnamenbuch.
Die Teilnehmer beugten sich über die Fotos, zu zweien oder in Gruppen, um darauf mit kleinen Klebern die Flurnamen zu markieren. Man diskutierte, ergänzte fehlende Namen, verglich und setzte schliesslich die Kleber. „Einige Fotos waren mit so vielen Klebern belegt „dass es aussah, als hätte jemand mit einer Schrotflinte darauf geschossen“, meinte ein Teilnehmer scherzhaft. Der achtzigjährige Toni Greber etwa kannte für jede «Chäle», jeden «Felsbüfel» rund um den Engel noch einen alten Namen. «Es ergab eine reiche Ausbeute», meint Gilgien, «überhaupt, das grosse Interesse, das diese Leute zeigten, der Eifer, der Ernst und die Gewissenhaftigkeit mit der sie arbeiteten, waren für mich höchst beeindruckend.» Insgesamt wurden fast tausend Namen aufgeführt, wobei zwischen 800 und 900 erfasst werden.
Nun wird das gesammelte Wissen zu einem Bildband zusammengetragen, ähnlich wie es die Kulturgutstiftung Frutigland bereits in der Gemeinde Frutigen gemacht hat. Das Buch «Reichenbach: Orts- und Flurnamen» wird auf den kommenden Herbstmärit erscheinen.

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Film «Frutiger Schifer»
Andreas Wäfler ist mit Helfern und der Firma dmd-productions an der Arbeit, um ein umfassendes Dokument über die einstig wichtige Frutigtaler Industrie zu erstellen. Der ehemalige Schieferwerker Ueli Trachsel steht mit Rat und Tat zu Seite und zeigt als Darsteller im Film die handwerklichen Arbeitsschritte beim Schieferabbau und bei der -bearbeitung. Demnächst fährt die Filmequipe mit Begleitung nach Landesplattenberg Engi ins Schiefertafelfabrik Elm und kümmert sich um Aufnahmen von der Herstellung der Schiefertafeln.

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Die Strassen um Frutigland – was alte Schriften erzählen
Die Geschichte der Strassen im Frutigland ist äusserst spannend. Die Verkehrsverbindung über die Gemmi ins Wallis war einst sehr wichtig und hatte aus wirtschaftlichen Gründen grosse politische Priorität.

Als 1739–1747 die «Neüwe Strass» geplant und gebaut wurde und der Verkehr zunahm, kamen auch Forderungen für bessere Erschliessungen von Adelboden, Aeschi und Krattigen. Bis zum Bau dieser Strassen war viel Geduld und Verhandlungsgeschick notwendig.

Die Streckenführungen gaben immer viel zu reden und der Ausbau und Unterhalt waren oftmals umstritten. Kander, Engstligen und anderer Wildbäche mussten zur Sicherung der Strassen und Brücken gezähmt werden. Dies stellte sich als eine anspruchsvolle Aufgabe heraus.

Die Hintergründe, wie aus einfachen Säumerpfaden das heutige Strassennetz entstand, erforschte der Frutiger Hans Egli während Jahren mit zahllosen Recherchen in Archiven und Ämtern. Aufgrund dieser Unterlagen verfasste er dieses Buch.

Der Buchinhalt gibt Antworten auf diese und viele weitere Fragen:
• Welche Auswirkungen hatte der Kanderdurchstich bei Einigen für das Frutigland?
• Was bedeutet der Flurnamen Stegweide zwischen Emdthal und Spiezwiler?
• Warum wurde Reichenbach umfahren?
• Wie sah früher die Talebene bei Frutigen aus?
• Wie kam es, dass die Adelbodenstrasse die Talseite wechselt?
• Wer baute die Adelbodenstrasse?
• Bekam Frutigen nach dem Dorfbrand ein anderes Strassenbild?
• Wie lange gab es im Frutiger Niederfeld und in Reichenbach je zwei Bahnübergänge?
• Wie hiess der Bühlstutz früher?

Der Autor Hans Egli wurde 1944 in Frutigen geboren und wuchs an der Leischen auf. Nach der Schulzeit und einer Lehre als Laborant verliess er Frutigen. Von 1966 bis 1975 studierte er Chemie an der ETH Zürich und schloss mit dem Doktorat ab. Er zog dann in die Region Basel, wo er mit seiner Familie über 40 Jahre lebte und in der chemischen Industrie arbeitete. Mit Frutigen ist er jedoch immer verbunden geblieben und im Herbst 2016 kehrte er definitiv wieder zurück.

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Format A4. 332 Seiten mit über 240 historischen Plänen und Abbildungen
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Tage der offenen Türe im alten Spritzenhaus Frutigen
Das Spritzenhaus mit den Ausstellungen ist auch 2018 dreimal offen.
  • Samstag, 9. Juni (10-12 Uhr) mit Vortrag (10.30 Uhr) über das Chüngold-Buch von Maria Lauber. Referent Urs Gilgien
  • Samstag, 4. August (10-12 Uhr) mit Vortrag (10.30 Uhr) Erlebnis Schieferfilm. Referent Dres Wäfler
  • Samstag, 1. September (10-12 Uhr) mit Vortrag (10.30 Uhr) über den Frutiger Wuhrkanal. Referent Fritz Allenbach


Ein Nachmittag im Pro Senectute Haus
Den Bewohnerinnen und Bewohnern wurde am 14. Februar ein bunter Strauss von Texten, Musik und Bildern über Maria Lauber von Yvonne Lauber, Jaqueline Simon und Urs Gilgien geboten. Zwei Bewohner konnten sich noch an die Lehrerin Maria Lauber erinnern. Zum Abschluss genossen alle die schmackhaften Schlüferli aus der hauseigenen Backstube.


Lesung mit Orgelmusik
Am 4. Februar konnte der eindrückliche Anlass mit der Lesung von Andreas Wäfler und der Orgelmusik von Jovita Wenger in der Kirche Spiez wiederholt werden. Mit Bildern wurde der goldene Orgelprospekt von Frutigen vorgestellt, den das Mädchen in Chüngold neugierig und bewundernd beschreibt und dann zog die dichterische Kraft Maria Laubers die grosse Zuhörerschaft mit der Erzählung Eghi Brügg in Bann. Die Texte verband die stimmige Orgelmusik und beim anschliessenden Apèro fand ein reger Gedankenaustausch zum Anlass statt.

Aktuell laufende Projekte - Januar


Neuausgabe «Chüngold»
Über den Zytglogge-Verlag werden wir das wohl wichtigste Prosa-Werk von Maria Lauber neu herausgeben. Dr. Erich Blatter passte den Text der Erstausgabe von Chüngold der neuen, lesbareren Schreibweise an, verfasste ausführliche Worterklärungen und editorischen Notizen. Die Illustrationen von Paul. B. Schär liegen grösstenteils vor oder sind in Arbeit. Das Buch mit eingelegter CD, die Texten gelesen von Luise Schranz und Andreas Wäfler, dürfte im Herbst 2018 erscheinen. Es wird der zweite Band der neuen Buchreihe aus dem Werk von Maria Lauber sein. Der erste Band «Ischt ned mys Tal emitts» fand schweizweit grosse Beachtung und zeigt, dass Maria Lauber noch heute aktuell ist.

Orts- und Flurnamen Reichenbach
Die Arbeit der Fotografen Stefan und Mario von Allmen, Erwin Grunder, Samuel Oswald und Ernst Lauener ist mit wenigen Ausnahmen beendet. Elisabeth von Känel-Jenk sammelt die Orts- und Flurnamen und überträgt diese auf die Fotoausdrucke. Das Ergebnis wird am 26. Februar öffentlich ausgestellt und diskutiert. Damit sollen Fehler verhindert und restliche Namen erfasst werden. Wenn alles klappt, wird das Buch am Reichenbach-Märit zu kaufen sein.

Film «Frutiger Schifer»
Andreas Wäfler ist mit Helfern und der Firma dmd-productions an der Arbeit, um ein umfassendes Dokument über die einstig wichtige Frutigtaler Industrie zu erstellen. Der ehemalige Schieferwerker Ueli Trachsel steht mit Rat und Tat zu Seite und zeigt als Darsteller im Film die handwerklichen Arbeitsschritte beim Schieferabbau und bei der -bearbeitung. Die ersten Sequenzen des Filmes wussten den Stiftungsrat zu begeistern. Der Film dürfte ein Renner werden.

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Die Strassen um Frutigland – was alte Schriften erzählen
Nach jahrelangen Recherchen und Schreibtischarbeiten hat Hans Egli das Manuskript uns übergeben. Momentan wird daraus ein über 300 seitiges Buch gestaltet und die Daten zum Druck vorbereitet. Es sollte im Frühjahr 2018 erscheinen. Das Budget von rund 31'000.– Fr. überfordert unsere finanziellen Möglichkeiten und wir sind auf Sponsorensuche. Interessenten dürfen sich gerne bei uns melden: info@kulturgutstiftung.ch oder beim Präsidenten Ruedi Egli, Wisoeyweg 11, 3714 Frutigen, Tel. 033 671 16 34.

4.2.18: Mundart in der Kirche Spiez

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2.2.18: Mundart im Bad Heustrich


Am Freitag 2. Februar 2018 um 20.15 Uhr steht im Bad Heustrich ein «Maria Lauber»-Abend auf dem Programm. Ein vielseitiger Anlass mit Frutigdeutschen Liedern, Geschichten und Gedichten von Maria Lauber. Sie werden von Trummer & Nadja Stoller mit Gitarre, Akkordeon und Gesang vorgetragen. Das Trio Rehblick ergänzt die Gestaltung. Freuen Sie sich auch auf Ueli Schmid, der aus dem Buch «Ischt net mys Tal emitts» vorliest.