Diese Burg wurde auch Zmittenholz genannt, die Bauzeit ist nicht bekannt. Der Archäologische Dienst des Kantons Bern datiert diese «nicht vor dem frühen 13. Jahrhundert». Als erste Besitzer gelten die Freiherren von Kien (bis 1294). Dann gelangten die Brüder Arnold und Walter von Wediswile (Wädenswil) durch Erbschaft in deren Besitz. Bei Beerbung Arnolds von Wediswile durch dessen Schwiegersohn Jahann von Thurn kam Frutigen dann in den Besitz des Herren von Gästelen (Wallis). Jahann von Thurn starb als Gouverneur von Mailand 1324. Dessen Bruder wurde 1323 Bischof zu Sitten und starb 1338. Peter von Thurn, Sohn des Johannes, vererbte den Besitz an seinen Sohn Anton (1350-1405), welcher dann 1400 die Freiherrschaft Frutigen an Bern verkaufte. Als savoyischer Kastlan von Romant starb Anton von Thurn als letzter seines Geschlechts. Im Kunstführer Berner Oberland heisst es dann trocken: «1400 Verkauf an Bern und dann nicht mehr unterhalten.» Diese Burg war also gegen 200 Jahre bewohnt und unterhalten worden. Ob aber vorher irgendwelche Befestigungsbauten an dieser Stelle gestanden haben, wird wohl immer im Dunkeln bleiben, denn der Fels als Baugrund hinterlässt praktisch keine Spuren.

Beschrieb der Felsenburg, wie er im Kunstführer Berner Oberiand zu lesen ist: «Weithin ins Tal blickender Bergfried über längsrechteckigem Grundriss auf Felsbuckel. Urspr. 5 Geschosse hoch, mit grossen Fensternischen nach der sturmfreien Talseite hin. Hocheingang auf der N-Seite des 2.Stocks. Nördl. des Bergfrieds Reste einer überwölbten Zisterne. Erste, eng geführte Ringmauer und jüngere, nach W vorgeschobenene Schutzmauer mit 2 Rundtürmen.»

Das baulich interessanteste der Felsenburg sei die ungewohnte Anzahl, Grösse und Art der Fenster. Während normalerweise wehrhafte Wehrtürme bloss kleine Luken und Scharten haben, sind hier teilweise schöne grosse ausgemauerte halbrunde Öffnungen vorhanden.
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