1802 erbaut von Johann Jakob Weber. Als damaliger Standort dieser Berner Hausorgel wird das alte Schulhaus in Oberönz angenommen. 1951 wurde das Instrument in die Kirche Kiental auf die Empore eingebaut. 2000 erfuhr die Orgel eine gründliche Renovation. Das Kirschbaum-Gehäuse besticht sowohl durch seine schwungvolle Gesamtform wie auch besonders in der Detailgestaltung (u. a. feine Reliefschnitzereien und Zierstäbe). Trotz stilwidriger Eingriffe ins klangliche und technische Konzept um 1950 ist verhältnismässig viel Originalsubstanz erhalten geblieben: Gehäuse, Schnitzereien, ca. zwei Register, Windlade, Klaviatur, Spiel- und Registertraktur. Eine gründliche Überholung war im Jahr 2000 notwendig: die ursprüngliche Disposition konnte durch Befund an den alten Registerstöcken wieder hergestellt werden. Alle Windleitungen waren in alter Art mit Bleirohren neu zu erstellen. Ein vierfaltiger Keilbalg, der wahlweise durch einen Schöpfbalg mit Tretmechanismus oder einem integrierten Ventilator aufgeblasen wird, leistet seither wieder einen wichtigen Beitrag zur Klanggestalt der Orgel. Ziel dieser Renovation war, die Intentionen des Erbauers wieder erkennbar zu machen. Das Instrument bekam seine ursprüngliche Geschlossenheit in handwerklich-technischer wie klanglicher Hinsicht wieder zurück. Es legt bis heute Zeugnis vom respektablen bernischen Orgelhandwerk des beginnenden 19. Jahrhunderts ab. Disposition der Kientaler Orgel: Manual C–c‘‘‘ / 5 Register: Prestant 8‘ ab c°, c°–gs° Holz offen, ab a°–C‘‘‘ im Prospekt (+ 1 Blindpfeife), Copel 8‘ Holz gedeckt, Oktav 4‘ C–H Holz ab c° Holz, Quint 3‘ C-H Holz ab c° Metall, Oktav 2‘ Metall, Zusatzzug Discant Prestant, lässt Prestant 8‘ nur von h°–c‘‘‘ erklingen. Stimmung: wohltemperiert.

Quellen: Archiv des Historischen Vereins des Kantons Bern, Bd. 61/62, 1977 (Hans Gugger, die bekannten bernischen Orgeln); Frutigbuch 1977; Archiv Fritz Allenbach, 3714 Frutigen.
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