Kirchenorgel Achseten

Diese Orgel hat eine bewegte Geschichte. Sie wurde 1727 von Jac. Geng u. Em. Weyss in Sombeval gebaut. Ab 1880 stand sie bei Familie Zürcher in La Thalogne bei Sonceboz. Von 1952 bis 1957 war sie bei Orgelbau Wälti in Gümligen zu Hause. Seit 1957 ertönt die kleine Orgel in der Kirche Achseten. Das erstaunlich gut erhaltene Instrument befindet sich weitgehend im Originalzustand. Es ist das zweitälteste bekannte Orgelwerk, das sich in bernischen Kirchen erhalten hat. Der Orgelkasten, noch in der einfachen, strengen Art des 17. Jahrhunderts gestaltet, weist die Form der Orgelpositive dieser Zeit auf. Die flache Pfeifenfront ist dreiteilig in eine kleine Mittelpyramide und zwei nach aussen aufsteigende Aussenfelder gegliedert. Das Gesprenge über den Pfeifen ist durch dichtes, etwas sprödes Spiralwerk gebildet und dem Kranzgesims ist ein rechteckiges, mit dem typischen Akanthuslaub der Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert umspieltes Frontispitz aufgesetzt. Die Disposition lautet: Copul 8‘, Principal 4‘, Flûte 4‘, Octav 2‘, Super Octav 1‘, Quint 11/3‘. Diese kleine Orgel hatte früher mit Bestimmtheit die kurze grosse Oktave. Es fehlten demnach in der untersten Oktave die Halbtöne Cis, Dis, Fis und Gis. Bei einem späteren Umbau wurde diese Oktave chromatisch umgebaut und weist nun deshalb im Manual die Töne E–c‘‘‘ auf. Mit Ausnahme des Cis wurden damals auch die fehlenden Töne C, D und Dis durch kleine Fusstritte nur mit einem 8‘ spielbar gemacht.

Quellen: Archiv des Historischen Vereins des Kantons Bern, Bd. 61/62, 1977 (Hans Gugger, die bekannten bernischen Orgeln); Frutigbuch 1977; Archiv Fritz Allenbach, 3714 Frutigen.
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