Kirchenorgel Frutigen

Erbaut 1809 von den Gebrüdern Joseph, Johannes und Wendelin Valpen aus dem Oberwallis. Sie ist wahrscheinlich das älteste Instrument, das die Walliser Orgelbauer Walpen und Carlen im Berner Oberland errichtet haben. Revisionen geschahen in den Jahren 1886, 1911, 1952 (Kuhn), 1974 (Kuhn). Ursprünglich stand die Orgel im Chor und wurde erst bei der Gesamtrenovation 1974 auf die Westempore versetzt. Gleichzeitig erhielt die Orgel drei neue Pedalregister. Für die Walliser Prospekte im Berner Oberland ist bezeichnend, dass sie sehr stark variieren. Wenn auch etwa die S-förmigen Gesimse über den Pfeifenfeldern an all diesen Gehäusen anzutreffen sind, hat doch jede Fassade einen eigenen Aufbau. Der Prospekt in Frutigen ist siebenteilig. Der grosse Rundturm in der Mitte wird durch zweistöckige flache Zwischenfelder mit den kleinen eleganten Spitztürmen verbunden, die ihrerseits aussen von konvex nach hinten geführten Feldern begleitet werden. Schön gegliederte Konsolen stützen die Türme, die durch ein kräftiges Kranzgesims abgeschlossen werden. Einfaches Akanthuslaub rankt über den Pfeifenfeldern. Auf dem Mittelturm steht gute Schnitzerei mit Violine, Flöte, Horn und Notenbuch. Reiche Empirevasen auf Spitztürmen, trompetenblasende Engel auf dem Gesims der Aussenfelder und zierliche Seitenbärte verleihen festliches Gepräge. Der eingezogene Unterbau ist hoch und das ganze Instrument macht einen sehr majestätischen Eindruck. Der Wechsel zwischen Spitz- und Rundturm wirkt altertümlich und erinnert an Fassaden nordischer Orgeln. Disposition: 2 Manuale, 1 Pedal, 28 Register (9, 11, 8).

Quellen: Archiv des Historischen Vereins des Kantons Bern, Bd. 61/62, 1977 (Hans Gugger, die bekannten bernischen Orgeln); Frutigbuch 1977; Archiv Fritz Allenbach, 3714 Frutigen.
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